Dentale GlaskeramikFraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

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Als Zahnersatzmaterialien haben sich Glaskeramiken bewährt. Über den kristallinen Bestandteil und dessen Einstellbarkeit hinsichtlich Kristallgröße und Phasenanteil lassen sich die Transluzenz (partielle Lichtdurchlässigkeit) und die mechanischen Eigenschaften (z. B. Festigkeit und Polierverhalten) einstellen. Außerdem verbessert sich im Vergleich zu reinem Glas die chemische Beständigkeit – ein wichtiger Aspekt für den Einsatz im Mundmillieu.

Eine weitere Eigenschaft kommt für CAD/CAM-Anwendungen zum Tragen: Das Material kann in einer Zwischenstufe im Kristallisationsprozess mechanisch leicht und schnell bearbeitet und anschließend in einem kurzen Temperschritt zur finalen, hochfesten Glaskeramik transformiert werden.

Der CAD/CAM-Prozess findet direkt beim Zahnarzt oder Zahnlabor auf Basis der individuellen Patientenbedürfnisse statt.

Im Zeitraum von 2009 bis 2012 wurden am Fraunhofer ISC gemeinsam mit Industriepartnern sowohl eine neuartige Glaskeramik als auch eine ans Material angepasste Anlage zur Herstellung von Dentalblocks entwickelt. Die patentierte neue Glaskeramik zeichnet sich durch eine hervorragende Transluzenz, exzellente chemische Beständigkeit und großartige Festigkeit aus.

Am Fraunhofer ISC wurde eine Prototypenanlage zur Herstellung von Dentalblocks aus diesem Material konzipiert, aufgebaut und eingefahren. Sowohl die Materialentwicklung als auch der Anlagenbau fanden im zertifizierten Fachbereich Glas unter Berücksichtigung der für Medizinprodukte geltenden Richtlinien und geforderten QM-Maßnahmen statt. Das Material wurde unter dem Produktnamen Suprinity® und Celtra® auf der Internationalen Dental Show IDS im März in Köln vorgestellt und ist Ende 2013 auf den Markt gekommen.

Ansprechpartner


Dr. Martin Kilo

Wissenschaftlicher Leiter

Glas

Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

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97082 Würzburg

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